#pp: Haben Sie deshalb diese ungewöhnliche Reisedokumentation geschrieben, um zu zeigen, was exklusiver Content kann?
Pferrer: Solche Gedanken habe ich nicht. Meine Hauptmotivation war, dass ich etwas zurückgeben wollte von den tollen Dingen, die ich erleben durfte, von der Unterstützung, die ich erfahren habe. Deshalb habe ich mich in diese Arbeit gestürzt.
#pp: Und? Hat es sich gelohnt? Auch im wirtschaftlichen Sinn? Ihr ,Wälzer‘ kostet immerhin 39 Euro. Das kann und will sich vielleicht nicht jeder leisten.
Pferrer: Was heißt gelohnt? Geld damit zu verdienen, war für mich nicht der Antrieb. Im Gegenteil. Wenn man im Selbstverlag veröffentlicht, geht man ein hohes Risiko ein. Aber wenn ich etwas mache, mache ich es für mich. Weil ich es will. Dann denke ich auch nicht darüber nach, welche Konsequenzen es haben könnte. Aber um Ihre Frage zu beantworten: In meiner Erinnerung fühlt es sich gut an.
#pp: Wie lange haben Sie daran gearbeitet?
Pferrer: Ein Jahr lang, jeden Tag. Immer vier Stunden morgens von acht bis zwölf Uhr. Danach hatte ich Zeit, mich um meine anderen Dinge und Projekte zu kümmern.
#pp: Dann sind Sie trotz aller Freigeistigkeit ein planvoller Mensch? Und dazu diszipliniert?
Pferrer: Wenn ich etwas erreichen will, auf jeden Fall. Ich will ja ans Ziel kommen. Schon mein Vater hat immer gesagt: Wenn du etwas wirklich willst, dann schaffst du es auch. Und, ganz wichtig: Man darf keine Angst haben.
#pp: Mit dieser Einstellung könnten Sie auch Leistungssport betreiben, eine Business-Karriere machen?
Pferrer: Für eine Business-Karriere habe ich zu viele verschiedene Interessen. Ich will mich nicht festlegen müssen. Aber was den Sport betrifft, war ich früher durchaus ehrgeizig und erfolgreich. Ich habe intensiv Kickboxen betrieben, Pokale gewonnen und durch Showkämpfe sogar ein bisschen Geld verdient.
#pp: Wie kommt man auf die Idee, Kickboxen zu machen?
Pferrer: Das ist auch so ein Vorurteil. Ich bin mit zwei Brüdern groß geworden. Kickboxen und Motorradfahren zu lernen, war selbstverständlich für mich. Für viele Frauen ist es das nicht, das weiß ich heute. Genauso wenig, wie allein zu verreisen. Dabei sind die meisten Frauen viel stärker als sie glauben. Sie können so viel, wenn sie es wirklich wollen. Du kannst mehr, als du denkst, das versuche ich zu vermitteln.
#pp: Sie erhalten immer wieder Posts, in denen Frauen ihnen von ihren Ängsten und Selbstzweifeln schreiben. Was macht das mit Ihnen?
Pferrer: Ich versuche, Mut zu machen, Ängste zu nehmen. Auch deshalb lasse ich mir beim Leben zuschauen. Allein zu reisen, Schwierigkeiten zu überwinden macht stark und frei. Das ist meine Botschaft.